Reisemobile einer anderen Zeit  
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Bischofberger Motorcaravan

Die "family" - Reisemobile

VW Caddy - Audi 100 - Audi 200

 

Die Entstehung des „family“ betrachte ich als meine schwierigste, aber auch befriedigendste Aufgabe.

Ich habe auch keine Vorbilder gehabt, die solches schon realisiert hätten. Die Aufgabe war es, aus einem PKW ein Reisemobil zu machen. Geübt habe ich an einem Golf. Das Fahrzeug ist zwar fertig geworden, aber ich habe es nie zum TÜV gebracht. Die Spurverbreiterung hinten aus zwei verschraubten Golfachsen hätte der TÜV vermutlich nicht akzeptiert.

Ich habe dann weitergemacht mit einem gebrauchten AUDI Typ 43. Das hatte „Hand und Fuß“.

 

 

 

 

Das ganze Auto war breiter und länger. Ich brauchte die Spur nicht zu verbreitern. Brauchte also auch das Fahrwerk nicht zu verändern. Dafür musste ich ein komplettes Ur-Modell und die Polyester-Form für den Aufbau entwickeln. Nur die Dachform für das Aufstelldach blieb die gleiche wie beim Golf.

Als ich einen „family“ auf Typ 43 bei AUDI in Ingoldstadt vorgeführt habe, ich glaube es war im Frühjahr 1983, waren die Herren sehr angetan. Sie waren aber innerlich schon beim Typ 44. Sie schlugen mir vor, einen Family auf Typ 44 zu bauen den sie dann zur Wüstenerprobung mitnehmen würden. Welche Ehre! Ich sagte zu und bekam von AUDI hierfür ein Versuchsfahrzeug.


 

 

 

Dieser „family“ hat die ganze Wüstenerprobung mitgemacht und nur die Windschutzscheibe ist gesprungen. Ich habe noch ein paar Bilder von dieser Erprobungsfahrt.

Für den TÜV war es wichtig, dass meine Konstruktion die gleiche Verdrehsteifigkeit hatte wie das Originalfahrzeug. Das ist verständlich, ich hatte nämlich beim Originalfahrzeug genau den Teil weggeflext der Steifigkeit bringt und somit dem Auto „das Kreuz gebrochen“ und durch eine eigene Konstruktion ersetzt.

Porsche hatte einen Verwindungsprüfstand. Aber die Messung bei Porsche war viel zu teuer. So haben wir mittels vier Pneumatik-Zylinder einen eigenen Prüfstand gebaut. Wir konnten so jedes Rad be- und entlasten. Der Druck auf ein Rad konnte an einem Manometer abgelesen werden. Und siehe da, Mein „family“ war verwindungsteifer als das Originalfahrzeug! Somit war der TÜV zufrieden.

Ich sah sehr bald, dass ein festes Hochdach doch idealer wäre für ein Reisemobil. Also bauten wir für die „family“‘s eine Dachform. Der erste AUDI Typ 44, den wir mit Hochdach ausstatteten, fahre ich heute noch. Es ist auch ein Vor-Serienfahrzeug des AUDI Typ 44.

 

Vom Caddy „family“ bauten wir zuerst die absetzbare Variante. Wir veränderten die Rückwand des Caddy indem wir das Rückfenster bis auf den Ladeboden herunterzogen und so Kontakt zwischen dem Fahrer und den im Aufbau Sitzenden möglich machten. Das war die Forderung des TÜV, wenn der „family“ für vier Personen zugelassen werden sollte. Solch ein Caddy „family“ stand auf dem VW-Stand auf der IAA.

 

 

 

 

 

Weit interessanter war jedoch der festaufgebaute Caddy. VW erlaubte mir die hintere Spur zu verbreitern. So hatte der festaufgebaute Caddy sogar mehr Stauraum als der AUDI 100. Nur, Fahrer und Beifahrer saßen nicht so bequem wie im Audi 100.

 


Hier noch einmal die ganze Palette der "family":

 

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Letzte Änderung: September 2009