Reisemobile einer anderen Zeit  
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Bischofberger Motorcaravan

Die Geschichte meiner Reisemobile - Wie alles begann

...erstaunliches ...pionierhaftes ...verwegenes

 

Jetzt soll ich meine Reisemobilgeschichte schreiben, damit diese Homepage ins Netzt kann. Eine kleine „Erpressung“ von meinem Sohn. Er hat nämlich die Homepage gestaltet und ich muss sie jetzt mit Text füllen! (Als wenn ich sonst nichts zu tun hätte! ;-)

Borgward B 2000Ich hatte von 1967 bis 1992 eine VW-Vertretung in Backnang. Als es mir zu wohl wurde - ich glaube es war 1973 - habe ich für mich und meine Familie als erstes Reisemobil einen Borgward B 2000 aus Bundeswehr-Beständen gekauft, um daraus ein Allrad-Reisemobil zu bauen. Die ganze Karosserie habe ich abmontiert, bis Achsen und Rahmen und Motor frei lagen. Der Borgward ist ein „Schnauzenlenker“. Ich habe wegen des besseren Platzangebotes einen Frontlenker aus ihm gemacht. Zwischen Fahrersitz und Beifahrersitz und Beifahrersitz war nun der Motor platziert.

Borward Winterbus UmbauDa die Lenkschubstange jetzt von vorne kam, musste auch die Drehrichtung des Lenkgetriebes umgedreht werden. In Folge dieser Drehrichtungsumkehr musste ich auch die Lenksäule auseinander sägen und auf der anderen Seite wieder zusammen schweißen.Die Schweißnaht war verdeckt durch das Mantelrohr.Ich war überzeugt, dass meine Schweißung halten würde.

Aber, wenn der TÜV gesehen hätte, dass eine Lenksäule geschweißt ist, hätte ich das OK wohl kaumbekommen. Aber macht nichts. Die Lenksäule hat gehalten bis der ganze Bus ca. 1990 verschrottet wurde.

Dieser sogenannte „Winterbus“ hatte Vor- und Nachteile. Das Platzangebot war riesig. Er kletterte mit seinem Allrad überall hin. Auch bei Vollgasfahrt kam man mit 18 Litern Benzin aus. Das ist recht wenig, wenn man z. B. den Unimog daneben stellt. Er war anspruchslos und zuverlässig.

Aber er hatte auch Nachteile. Er fuhr sich wie ein LKW ohne Servolenkung. Für lange Auslandsfahrten war er daher leider nicht so gut geeignet.

So keimte in mir der Wunsch nach einem kleineren Reisemobil. Da ich VW-Händler war, lag es nicht fern, dass ich mir als Plattform ein Fahrzeug aus der VW-Transporte-Palette aussuchte.
Das neue Reisemobil sollte auf einem abgestrippten Transporter entstehen und um ca. 70 cm länger werden, als das Original. Es sollte einen Verstärkungsrahmen erhalten und einen Stahlrohraufbau.

Dieses erste Reisemobil auf VW-Basis hat dann in Griechenland und am Nordkap seine Prüfung bestanden. Erst jetzt reifte in mir der Gedanke, solche Reisemobile auch zum Verkauf anzubieten. Dazu musste das Reisemobil optisch schöner werden. Zum Beispiel einen abgerundeten Alkoven erhalten. Daneben bauten meine Mitarbeiter und ich noch ein Reisemobil auf VW-LT-Basis. Der Reisemobiltyp „Kranich“ war entstanden!

Mit diesen zwei Reisemobilen hatten wir einen Außenstand auf der CMT 1974 in Stuttgart. Einen Hallenstand konnten wir wegen der kurzfristigen Anmeldung nicht mehr ergattern. Wir nannten diese beiden Reisemobile, "Kranich I" auf dem VW Transporter und "Kranich II" auf dem VW LT-Fahrgestell.

 

Das Reisemobilgeschäft bei uns war geboren und es endete erst im Sommer 1986!
In diesen 12 Jahren haben wir über 15 Reisemobiltypen und Campingbusse entwickelt.
Die wichtigsten davon sind:

  • "Kranich I" auf VW-Transporter-Basis
  • "Kranich II" auf LT-Fahrgestell
  • "Kranich I" absetzbar auf VW-Pritschenwagen
  • "Kranich I" auf Bedford- und Toyota-Fahrgestell
  • "Kranich Star" auf dem neuen Transporter ab 1979
  • "Kranich II xls" auf LT- Fahrgestell ab etwa 1979
  • "Colorado" Ausbau des LT-Kastenwagens mit fünf Schlafplätzen mit einem Polyester Hochdach
  • "Ohio" Ausbau des LT-Kastenwagens  mit  vier Schlafplätzen und Hochdach mit integrierter Gepäckmulde
  • Toyota Campingbusse mit Aufstelldach für drei Personen zum Schlafen
  • Campingbus auf VW- Kastenwagen mit ca. 70 cm verlängertem Heck
  • "family" auf AUDI Typ 43 mit Aufstelldach
  • "family" auf AUDI Typ 44 mit Aufstelldach
  • "family" auf Caddy absetzbar mit Aufstelldach
  • "family" auf AUDI Typ 44 mit Hochdach um 1984
  • "family" Festaufbau auf Caddy mit Hochdach

Wenn ich mir das jetzt so anschaue, ist das ein finanzieller Kraftaufwand gewesen!
Hätte ich zu dieser Zeit nicht den VW-Betrieb im Rücken gehabt, hätte das schlecht ausgehen können ;-)

Da jedes von uns gebaute Fahrzeug reine Handarbeit war, standen leider Aufwand und Nutzen irgendwann nicht mehr im richtigen Verhältnis. Somit entschloss ich mich im Jahr 1986 das Vorhaben des Wohnmobilbaus einzustellen bzw. nach und nach auslaufen zu lassen. Dies war also eine (meine) kurze Geschichte der Bischofberger-Motorcaravans.

 
 

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Letzte Änderung: September 2009